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Diesen Beitrag empfehlen: Der Stöpsel für die Badewanne Mit dem Begriff „Badewanneneffekt“ umschreiben Regionalbanken die Abwanderung von Berufseinsteigern. Um diese Entwicklung zu stoppen, gilt es, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen sowie passende Produkte und Leistungen für die jungen Menschen anzubieten. Es ist, als habe jemand einfach den Stöpsel gezogen: Immer mehr Berufseinsteiger verlassen ihre „Badewanne", sprich ihre langjährige Hausbank, und strömen sprichwörtlich zur Konkurrenz. Ein echtes Problem, denn die so verlorenen Kunden kehren später meist nicht mehr zurück. Wechsel nur wegen der Kontoführungsgebühr? Schon jetzt investieren sehr viele Regionalbanken stattliche Summen in den Jugendmarkt. Bereits zur Geburt senden viele Institute einen Gutschein an die Eltern, um das Neugeborene als Kunden gewinnen zu können. Außerdem versuchen Banken, ihren Anteil am regionalen Jugendmarkt zu erhöhen, indem sie zu speziellen Anlässen in Kindergärten und Schulen Geschenke verteilen, Wettbewerbe veranstalten oder Preisausschreiben durchführen. Spezielle Produkte für den Jugendmarkt, etwa ein kostenloses Girokonto, runden das Angebot ab. Tatsächlich halten die Regionalbanken aufgrund dieser Maßnahmen sowie der persönlichen Präsenz vor Ort einen überdurchschnittlichen Anteil am Jugendmarkt. Nach hohen Investitionen fahren andere die die Ernte ein Stellt sich die Frage, wie sich das Zielsegment erfolgreich ansprechen lässt. Klar ist: Es greift zu kurz, die Zielgruppe junge Erwachsene als „Spaßgeneration“ abzustempeln und allein mit Preisausschreiben oder Sportsponsoring ködern zu wollen. Der aktuellen Verhaltensstudie „Young Adults Revealed" zufolge gehören Berufseinsteiger zu einer pragmatischen Generation mit konservativen Werten. Nach dem Auszug steht für sie die Sicherung einer beständigen Lebensgrundlage im Vordergrund. Ausbildung und Karriere haben hohe Priorität. Folgt man Daten des Deutschen Jugendinstituts, befinden sich auch die Tugenden Pflichtbewusstsein, Fleiß und Ehrgeiz weiter im Aufwind. Damit vermischen sich in den Werteprofilen junger Menschen zunehmend moderne Werte der Selbstverwirklichung und des Lebensgenusses mit eher traditionellen Sekundärtugenden wie Pflicht, Ordnung und Sicherheit. Entsprechend wollen junge Erwachsene von ihrer Bank als vollwertige Kunden wahrgenommen und behandelt werden. Der Spaßfaktor allein greift beim Marketing zu kurz Die Wahl des Kommunikationsmediums sollte bei den Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene einfach sein: Studien zufolge lesen diese Kunden kaum Tageszeitungen, tummeln sich aber in Internetforen und Communitys wie StudiVZ oder Facebook. Die meisten Regionalbanken haben aber kaum oder keine Erfahrung mit dem so genannten Web 2.0 und wissen daher auch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Für viele Finanzinstitute ist es ratsam, sich in dieses Medium vorzutasten - wenn nötig mit Hilfe von außen. Berufseinsteiger: Keine homogene Zielgruppe. Bei den Heimkehrern besteht die Herausforderung für die Sparkassen und Genossenschaftsbanken darin, die oft mehrjährige Zeit fern der Heimat gekonnt zu überbrücken. Ihr Regionalprinzip wird bei diesem Kundentyp zum zwischenzeitlichen Hindernis. Umso stärker muss die Bank den Kontakt zu diesen Kunden gezielt aufrechterhalten, etwa über regelmäßige Anrufe oder über spezielle Ergänzungen des Internetangebots. So könnten Banken auf ihrer Website zum Beispiel über aktuelle Ereignisse in der Heimatregion informieren. Die Entwurzelten bieten die geringsten Chancen für eine längerfristig erfolgreiche Kundenbeziehung. Das Regionalprinzip steht zum Lebensweg des Kunden schlicht im Widerspruch. Nur durch Direktbankangebote und das Online-Banking ist der Kunde überhaupt zu halten. Anlageprodukte oder Kredite lassen sich an die Entwurzelten aber nur schwer verkaufen. Die Suchenden haben ihr gewohntes Umfeld für Ausbildung oder Beruf verlassen. Ihr Bedürfnis nach Anschluss und Orientierung in der neuen Umgebung ist sehr groß. Hier bietet das Regionalprinzip eine Chance, mögliche Neukunden zu gewinnen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sollten Produkte, Beratungs- und Kommunikationsangebote speziell für die Suchenden entwickeln, zum Beispiel einen Kennenlern-Führer für das Geschäftsgebiet mit Attraktionen und Rabatten speziell für junge Erwachsene. Banken, die die Bedürfnisse der Suchenden früh und individuell adressieren, haben veritable Chancen, eine langjährige, treue Kundenbeziehung aufzubauen. Fazit AUTOREN: Florian Schwarz ist Inhaber der Werbeagentur FFE Media, Florian Schwarzbauer ist Verkaufstrainer bei der Rottaler Raiffeisenbank und Buchautor im Gabler Verlag. Verfasser: Florian Schwarz, FFE MEDIA |
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